Allianz: Streit um Firmenpolitik oder: Wann hören die Gesellschaften endlich wieder auf Ihren Vertrieb?

Dezember 16th, 2008

Aufstand der Allianzvertreter

von Herbert Fromme

Die Vertreter fühlen sich vom Management im Stich gelassen. Im Preiskrieg der Autoversicherer macht der Konzerntarif sie oft chancenlos. Als sich die Allianzspitze auch noch über sie beschwert, wird ihr Ärger zur Wut.Stets mit Krawatte, stets bereit zum Vertragsabschluss, aber ansonsten eher ruhig und nicht bekannt für besondere Aufmüpfigkeit: Versicherungsvertreter gehören eher zu den unspektakulären Berufsgruppen. Der Allianz gelingt es allerdings immer öfter, die 10.500 selbstständigen Vertreter in Deutschland derart in Wallung zu bringen, dass in der Münchener Königinstraße fast ein Volksaufstand droht.

Diesmal vermochten das die Vorstände Thomas Fischer und Karl-Walter Gutberlet. In einer E-Mail vom 1. Dezember 2008 erinnerten sie die Vertriebstruppe daran, dass der „Treuerabatt“ – im internen Jargon KonTaFlex genannt – von bis zu 25 Prozent für abwanderungswillige Kunden nur gewährt werden dürfe, wenn es „ein schriftliches Konkurrenzangebot bzw. schriftliche Kündigungserklärung“ des Kunden gebe. „Schlichter Ausdruck . . . aus dem Internet oder telefonische Kündigungsdrohung reichen nicht aus.“ Außerdem müsse der Kunde oder sein Partner mindestens einen weiteren Vertrag haben und die Gesamtschadenquote unter 65 Prozent liegen. „Bitte beachten Sie, dass bei Nichterfüllung dieser Kriterien eine nachträgliche Belastung ihres KonTaFlex-Kontos erfolgen wird“, schreiben Fischer und Gutberlet – und setzen noch eins drauf. „Für echte Missbrauchsfälle behalten wir uns . . . weitere Schritte vor.“

Die Reaktion war prompt. In Dutzenden von E-Mails, die der FTD vorliegen, beschwerten sich Vertreter. „Weit überteuerter Kfz-Tarif“, schreibt einer. „Wenn Sie den Außendienst nicht mehr wollen, Sie brauchen mir das nur zu sagen“, schreibt ein anderer. Oder: „Und dann noch so ein Schreiben unter der Annahme, wir würden Rabatte verschleudern. Was soll das?“

Die Allianz-Führung verliere Milliarden beim Verkauf der Dresdner Bank, sei aber nicht mehr in der Lage, „Realitäten zu erkennen und marktgerecht darauf zu reagieren (Kfz-Tarif)“. Weiter: „Dass man dann auch noch arrogante Mails lesen muss, bei denen man sich vorkommt wie ein Verbrecher, ist eine Frechheit.“ Die Allianz hat ein Problem. Seit Jahren sinken die Preise in der Autoversicherung, seit Jahren verliert der Marktführer Marktanteile. Jetzt will der Konzern das Unmögliche: Er erhöht die Preise, will aber die Kunden halten. Dazu kommt der Internetanbieter Allianz24, der billiger ist als die Vertreter. Um den Widerspruch zwischen dekretierter Preiserhöhung und Marktrealität zu dämpfen, hat das Management jedem Vertreter ein Kontingent an Sonderrabatten zugeteilt. „Ein treuer Kunde bekommt den Preisbrief der Allianz, ist verärgert, recherchiert im Internet auf check24.de und wird auf die Allianz24 aufmerksam“, schreibt ein Vertreter. Trotz Preisnachlasses durch KonTaFlex sei er immer noch 215 Euro teurer als die Allianz24. „Nach 35 Jahren bei der Allianz habe ich resigniert“, sagt ein frustrierter Vertriebler. Die örtliche Volksbank suche sich die Lastschriften heraus, auf denen Kunden an die Allianz zahlen, und rufe sie an. „Sie sind bei der Allianz versichert. Das machen wir billiger.“ Ein anderer schildert den Fall eines Firmenkunden mit 100.000 Euro Bestand, der für seinen Privat-Pkw von der Allianz eine Erhöhung von 1400 Euro auf 1850 Euro erhielt. „Die Versicherungskammer Bayern nimmt dafür 930 Euro. “

Sogar der Mitarbeitertarif der Allianz sei inzwischen weit von Wettbewerbern entfernt. „Was krankt, ist die Spitze“, bemerkt der Mann. „Sie kann’s nicht und tut’s deshalb wohl auch nicht.“ Ein Agenturinhaber zählte „vierzig Anrufe von aufgebrachten Kunden täglich“. Sie wollten wissen, warum die Allianz 200 Euro und mehr über Billiganbietern liege. Mit Service lasse sich die Differenz nicht begründen. „Ein Schaden dauert Monate bis zur Regulierung“, heißt es, „und dann wird auch noch der falsche Betrag überwiesen.“

Der geneigte Leser möge sich nochmals die Verzinsung der Gesellschaften anschauen, und ein besonderes Augenvermerk auf Protector (!) und Victoria richten.

Dezember 16th, 2008

Bitte den link öffnen: v.rtf 

Nota bene: Die Kunden der quasi pleite gegangenen Mannheimer haben 2009 eine HÖHERE Verzinsung in ihren LV`s als die Victoria Kunden! 

Ist das nicht ein Armutszeugnis?“

Trendwende beim Versicherungs-Vertrieb: Ausschließlichkeitsvertreter holen auf oder: Eine Ausschließlichkeit mit nahezu völliger Produktfreiheit, wär das was?

Dezember 16th, 2008

15.12.2008
Die Ausschließlichkeitsvertreter haben ihre Spitzenposition beim Vertrieb von Schaden-/Unfallversicherungen im Jahr 2007 ausgebaut. Damit holen sie sich Marktanteile zurück, die sie im Vorjahr an die unabhängigen Vermittler abgegeben hatten. Mit einem Plus von vier Prozent kommen die gebundenen Vertreter nun auf einen Anteil von rund 61 Prozent der Prämieneinnahmen (siehe Abbildung unten). Dies zeigen die Ergebnisse des Vertriebswege-Surveys Schaden-/Unfall, den Towers Perrin bereits zum dritten Mal durchgeführt hat.Als dominierender Vertriebskanal zeigt der Ausschließlichkeitsvertrieb über die bisherigen Studien ein sehr stabiles Bild. „Eine mögliche Erklärung für den gewachsenen Marktanteil der Ausschließlichkeitsvertreter ist, dass aufgrund der Vermittlerrichtlinie einige unabhängige Vermittler in den Verbund einer Ausschließlichkeitsorganisation gewechselt sind und einen Teil ihres Kundenstamms auf diesem Weg mitgenommen haben“, sagt Heijo Hauser, Managing Director bei Towers Perrin.Unabhängige Vermittler unverändert vertriebsstarkDer Vertrieb von Schaden-/Unfallpolicen über freie Vermittler bleibt mit einem Anteil von rund 22 Prozent am Gesamtmarkt unverändert. Eine besonders starke Position haben Makler im wettbewerbsintensiven Geschäft mit Firmen- und Industriekunden. „Ein ebenso starkes Durchsetzungsvermögen beim Kampf um Marktanteile wie in der Lebensversicherung zeigen die unabhängigen Vermittler im Bereich der Schaden-/Unfallversicherungen noch nicht“, so Hauser. „Für einige Makler ist das Privatkundengeschäft im Vergleich zur Lebensversicherung zu margenschwach, um dort proaktiv neue Kunden gewinnen zu wollen.“Banken verlieren Marktanteile zugunsten der Automobilhersteller/-händlerDer Vertrieb von Schaden-/Unfallpolicen über Banken war 2007 im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig und erreicht nun einen Marktanteil von acht Prozent. In diesem Jahr wurde der Verkauf von Policen über den Vertriebskanal der Automobilhersteller und -händler erstmals gesondert erhoben. Obwohl diese fast ausschließlich Kfz-Versicherungsprodukte vertreiben, kommen sie dennoch auf einen Anteil von etwas mehr als zwei Prozent am Gesamtmarkt. Da einige Automobilhersteller ihre unternehmenseigenen Banken als Vertriebsplattform nutzen, erklärt die gesonderte Ausweisung dieses Vertriebskanals zu einem Teil den Rückgang beim Bankvertrieb.

Direktvertrieb mit Wachstum auf niedrigem NiveauDer Direktvertrieb konnte seinen Marktanteil leicht ausbauen, bleibt jedoch mit einem Anteil von drei Prozent am Gesamtmarkt auf niedrigem Niveau. In einzelnen Produktkategorien zeigt sich der Direktvertrieb erfolgreicher als im Gesamtbild: Seine Stärke liegt im besonders preissensitiven Segment der Kfz-Versicherungen, da diese Produkte einen relativ geringen Beratungsbedarf haben. Ein großer Anteil der auf direktem Weg vertriebenen Kfz-Policen wird über den Internetauftritt von Versicherungsgesellschaften und -gruppen abgeschlossen.

Stimmungsbild: Versicherer setzen weiterhin auf Makler und BankenDie Teilnehmer des Surveys rechnen mehrheitlich mit einer wachsenden Bedeutung des Maklervertriebs. Rund 70 Prozent der Teilnehmer schätzen die Entwicklung dieses Vertriebskanals positiv ein (siehe Abbildung unten). Auch die gestärkte Position des Ausschließlichkeitsvertriebs im Schaden-/Unfallbereich spiegelt sich in den Erwartungen der Studienteilnehmer wieder: Rund 30 Prozent bescheinigen den gebundenen Vertretern eine steigende Bedeutung, weitere 50 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Relevanz aus. Damit fällt das Stimmungsbild für die Ausschließlichkeitsvertreter positiver aus als in der letzten Studie. Trotz des stagnierenden beziehungsweise leicht rückläufigen Marktanteils der Banken, messen über die Hälfte der Studienteilnehmer diesem Vertriebsweg eine zunehmende Bedeutung bei. Ob dies gerechtfertigt ist, werden die nächsten Surveys zeigen. Die hohen Wachstumserwartungen der Teilnehmer an den Bankvertrieb des letzten Vertriebswege-Surveys haben sich bislang nicht erfüllt.

AusblickMittelfristig wird die Ausschließlichkeit nach Einschätzung von Towers Perrin der dominierende Vertriebsweg für Schaden-/Unfallversicherungen bleiben. Denn anders als bei Lebensversicherungsprodukten ist der Beratungsaufwand bei Schaden-/Unfallversicherungen zu Vertragsbeginn in der Regel geringer. Dafür erwartet der Kunde im Schadenfall eine gute Betreuung durch die Versicherungsgesellschaft respektive durch den Vermittler vor Ort.Im Bereich der Kfz-Versicherungen ist es den Automobilherstellern und –händlern im Laufe der letzten Jahre gelungen, sich einen signifikanten Marktanteil zu sichern. Da die Preissensitivität der Kunden angesichts der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zunehmen wird, könnte sich dies positiv auf die Entwicklung des Direktvertriebs auswirken.

Zum Hintergrund der StudieDie Analyse basiert auf einer Umfrage von Towers Perrin unter allen Schaden-/Unfallversicherern zur Verteilung ihrer Vertriebswege. Ergänzt wurden die Daten derjenigen Versicherer, die sich nicht an der Umfrage beteiligen, anhand von Informationen aus den Geschäftsberichten und Schätzungen auf Basis der Marktkenntnis von Towers Perrin. Die analysierten Gesellschaften repräsentieren einen Marktanteil von rund 76 Prozent. (ir)     

TWIMC

November 17th, 2008

Guten Tag. Ich werde hier von Zeit zu Zeit interessante Neuigkeiten und Links veröffentlichen. Selbstverständlich erhebt dieser Blog nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Wie ein Tagebuch, mit Gedanken, Erkenntnissen und Neuigkeiten. Aber immer auch ein Stückchen persönlich. Viel Spass beim Lesen. Ihr jb